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Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie

Kurzüberblick: Berufsbild Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie (m/w/d)

Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie pflegen und betreuen Patienten auf intensivmedizinischen Bereichen nach lebensbedrohlichen Erkrankungen und auf Aufwachstationen nach Operationen. Sie sind verantwortlich für die Vorbereitung und Koordination aller entsprechenden Arbeitsabläufe, sie unterstützen die Anästhesisten während der Durchführung einer Narkose (Anästhesie). 

Wo kann man als Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie arbeiten?

  • in Krankenhäusern
  • in Altenpflegeeinrichtungen
  • in Rehabilitationskliniken
  • bei ambulanten Pflegediensten
  • an Pflegestützpunkten

Welchen Tätigkeiten geht ein Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie nach?

  • intensivmedizinische Grund– und Behandlungspflege
  • Überwachung der Vitalzeichen
  • Einleitung und Mitwirkung von Reanimationsmaßnahmen
  • fachkundige Betreuung des zu operierenden Patienten unter Berücksichtigung der physischen und psychischen Verfassung
  • selbstständige Organisation und Koordination der Arbeitsabläufe in der Anästhesieabteilung 
  • Vor- und Nachbereitung der Anästhesie
  • Vorbereitung und Assistenz bei verschiedenen Narkoseverfahren
  • Bereitstellung der benötigten Medikamente und Geräte (z. B. Sauerstoffüberwachung, Beatmungsgerät)
  • Überwachung des Patienten nach der OP im Aufwachraum

Grundpflege: Grundpflege ist die Unterstützung bei den Verrichtungen des täglichen Lebens, wie etwa bei der Körperpflege, Ernährung und An- und Ausziehen der Kleidung.

Körperpflege: Körperpflege ist die Pflege der Haut, Haare und Nägel, sowie die Zahn- und Mundpflege. Ziel ist die Erhaltung der Gesundheit, die Verhütung von Krankheiten und Steigerung des Wohlbefindens.

Ernährung: Ernährung ist die Aufnahme von Stoffen, die in der Nahrung in fester, flüssiger, gasförmiger oder gelöster Form vorliegen. Diese Stoffe sind Voraussetzung, dass Körpersubstanz aufgebaut und erneuert und der Energiebedarf für alle Lebensvorgänge gedeckt werden kann.

Behandlungspflege: Zur Behandlungspflege gehört das Wechseln von Verbänden, Gabe von Injektionen und Infusionen, Verabreichen von Medikamenten nach ärztlicher Vorgabe.

Verbandwechsel: Unter Verbandwechsel versteht man den Wechsel einer Wundauflage um eine Wunde zu begutachten, zu reinigen und gegebenenfalls lokale Medikamente einzugeben. Wunden sind Hautdefekte unterschiedlicher Größe und Tiefe, die zum Schutz und zur Förderung der Wundheilung abgedeckt werden. Diese Maßnahme findet nach ärztlicher Anordnung und unter besonderen hygienischen Bedingungen statt (Durchführung von hygienischer Händedesinfektion, Anziehen von sterilen Handschuhen, steriles Wundmaterial, steriles Arbeiten an der Wunde). 

Injektion: Gabe eines Medikamentes mittels Hohlnadel (Kanüle) und Spritze durch die Haut. Unterschiedliche Applikationsartensind:

Infusion:  Unter Infusion versteht man das langsame, meist tropfenweise eingeben von Flüssigkeitsmengen in den Körper nach ärztlicher Anordnung. Bevorzugte Applikationsorte für Infusionen sind:

Verabreichen von Medikamenten: Das Verabreichen von Medikamenten ist eine verantwortungsvolle Aufgabe die durch Pflegefachkräfte durchgeführt wird. Zum Richten von Medikamentenwird sich an der 6-R-Regel orientiert:

  • richtiger Patient
  • richtige Zeit
  • richtiger Wirkstoff / Medikament
  • richtige Dosis
  • richtige Applikationsform
  • richtige Dokumentation

Vitalzeichen: Vitalzeichen sind die Messwerte, die Auskunft über lebenswichtige Körperfunktionen geben. Dazu gehören Puls, Blutdruck, Atemfrequenz, Körpertemperatur und die Bewusstseinslage.

Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung: Die kardiopulmonale Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung) wird eingesetzt um einen Atem- und / oder Kreislaufstillstand zu beenden und den unmittelbaren Tod des Betroffenen zu verhindern. Bei einem akuten Atem- und Kreislaufstillstand ist es unbedingt notwendig sofort zu handeln, denn nach ungefähr drei Minuten wird das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und es drohen irreversible Schäden bis hin zum Tod. Durch die Herzdruckmassage zirkuliert der Restsauerstoff im Körper und versorgt so weiterhin lebenswichtige Organe wie Gehirn und Herz. Die frühzeitig begonnene kardiopulmonale Reanimation kann bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes unmittelbar Leben retten.

Narkose: Narkose ist ein Verfahren in der Anästhesie, bei dem das Bewusstsein und die Schmerzempfindung des Patienten vollständig ausgeschaltet wird. Eingesetzt wird dieses Verfahren um diagnostische oder therapeutische Eingriffe durchführen zu können. Es wird zwischen Vollnarkosen, bei denen der Patient nicht erweckbar ist und Teilnarkosen, bei denen in einzelnen Regionen des Körpers der Schmerz ausgeschaltet wird, unterschieden.

Aufwachraum: Nach einer Narkose werden die Patienten in den Aufwachraum verlegt, in dem sie so lange überwacht werden, bis ihre Vitalfunktionen wie Bewusstsein und Herz-Kreislauf wieder stabil sind und die Eigenatmung wieder ausreichend ist.

Über welche Soft Skills sollte ein Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie verfügen?

Da in der Intensivpflege eng mit Menschen gearbeitet wird, sind die folgenden Soft Skills bei der Ausübung des Berufes unbedingt notwendig:

  • Einfühlungsvermögen und Kontaktfähigkeit
  • hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Kommunikationsfähigkeit

Einfühlungsvermögen: Einfühlungsvermögen ist die Fähigkeit sich in die Situation eines anderen Menschen hineinfühlen zu können.

Verantwortungsbewusstsein: Unter Verantwortungsbewusstsein versteht man, dass der Mensch für sein aktives Tun oder auch Unterlassen einsteht, sich also verantwortlich fühlt. 

Kommunikationsfähigkeit: Kommunikationsfähigkeit ist die Fähigkeit konstruktiv, effektiv und bewusst zu kommunizieren. Kommunikation ist der Austausch von Informationen auf verschiedenen Wegen (z. B. durch Sprechen, Schreiben) und kann verbal oder nonverbal stattfinden. Verbale Kommunikation ist die Kommunikation mit dem gesprochenen Wort, nonverbale Kommunikation findet über die Wahrnehmung von Gestik, Mimik oder Körperhaltung statt. Gerade diese Aspekte sind für die Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie wichtig, da nicht alle Menschen in der Lage sind sich verbal äußern zu können.

Welche Qualifikationen sollte ein Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie mitbringen?

  • Examinierte Altenpfleger/in / Gesundheits- und Krankenpfleger/in / Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  • Weiterbildung zur Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie

Wie läuft eine Ausbildung zum Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie ab?

Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie ist eine landesrechtlich bzw. durch die zuständigen Landespflegekammern geregelte berufliche Weiterbildung an staatlich anerkannten Bildungseinrichtungen des Gesundheitswesens.

Voraussetzung für die 2 Jahre andauernde berufsbegleitende Weiterbildung ist die abgeschlossene Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in oder Altenpflegefachkraft. Weitere Voraussetzung für die Teilnahme an der Weiterbildung sind 2 Jahre Berufsausübung in den genannten Berufen nach der staatlichen Erlaubnis. Sechs Monate der Berufstätigkeit sollten in der Anästhesie oder in der Intensivpflege stattgefunden haben.

Die theoretische Weiterbildung umfasst mindestens 720 Stunden. Die praktische Weiterbildung umfasst mindestens 1 200 Stunden, davon je nach Weiterbildungsschwerpunkt mindestens 400 Stunden in der internistischen / neurologischen und 400 Stunden in der operativen Intensivpflege. Zusätzlich finden 400 Stunden in der Anästhesie in verschiedenen Fachbereichen und im Aufwachraum statt. Sie erfolgen aber auch auf Intensivstationen unterschiedlicher Fachbereiche und auf Intermediate Care.

Intensivstation: Auf Intensivstationen werden Patienten mit schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen behandelt, die einen besonderen Überwachungs- und Betreuungsaufwand haben. Beispiele hierfür sind: Zustand nach Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung), künstliche Beatmung, Herzinfarkt, akutes Nierenversagen u.a. Vorteil der Intensivstation ist die permanente invasive Überwachung der Vitalparameter um frühzeitig notwendige Maßnahmen einleiten zu können.

Intermediate Care (IMC): Die Intermediate Care Station ist das Bindeglied zwischen der Intensivstation und der Normalstation. Die IMC ist für Patienten vorgesehen, die Erkrankungen mit einem hohen Überwachungs- und Betreuungsaufwand haben, jedoch nicht im eigentlichen Sinne intensivpflichtig sind, z. B. künstliche Beatmung benötigen. 

Das darf in der Bewerbung auf die Position eines Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie nicht fehlen:

  • Lebenslauf
  • Erlaubnisurkunde „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“
  • Erlaubnisurkunde „Fachgesundheits- und Krankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie“
  • Arbeitszeugnisse
  • Führungszeugnis
  • Bescheinigung Erste-Hilfe-Kurs
  • Infektionsschutzbelehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz
  • Nachweis über Masernschutzimpfung

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